Reise durch den Alltag

Eigentlich sollte man seinen Alltag so planen, wie eine Reise. Wenn man auf Reisen ist, vor allem dann, wenn man (nahezu) jeden Tag weiterreist, wie ich mit dem Fahrrad, ist man gezwungen, sich ständig Gedanken zu machen: über die Route, die Übernachtung, ob man jemanden besucht, was man sich in der nächsten Stadt anschauen wird etc. Dadurch wird es nie langweilig. Es gibt keinen Alltag. Denn jeder Tag ist anders. Jeder Tag hat etwas Neues zu bieten.

Wenn man jedoch zuhause ist, hat man den Alltag: Die Tage habe meist eine Struktur, die man schon vor längerer Zeit festgelegt hat. Sie hat sich eingefahren, sagt man machmal. Oft hat sie sich einfach so ergeben, ohne dass man es groß geplant hätte. Meistens sind die Tage dadurch schon vorstrukturiert, dass man einer Arbeit nachgeht. Arbeit im Sinne von Erwerbsarbeit. Man muss ins Büro oder so. Die Zeit davor und danach, kann man ein bisschen frei gestalten. Je nachdem, wie viel Freizeit bleibt und ob nicht auch diese mit Fixterminen belegt ist – Fitnesskurse oder andere Kurse, Weiterbildungen…

Diese Ausnahme, wie ich sie gerade habe, gibt es selten: Ich bin zuhause und hab doch nichts fixes vor. Nichts, was meinen Alltag strukturiert. Und in diesen Situationen läuft man Gefahr, dem Alltag freie Hand zu lassen. Man lässt sich treiben (was natürlich manchmal gut sein kann), vergisst, dass doch jeder Tag das Potential hätte ziemlich einmalig zu sein. Ich muss mich daran erinnern, dass ich meine „Reise durch den Alltag“ genau so aufmerksam planen könnte, wie ein eine Reise über Felder und Wiesen, durch Wälder und Städte und dass ich zuhause, genau so wie unterwegs, jeden Tag etwas neues erleben könnte – wenn ich dies einplane.

Ich will es versuchen. Doch vielleicht ist diese Reise durch den Alltag sogar schwieriger als die andere, die „normale“ Reise.

Das Bild zeigt das Schaufenster eines Weinlokals in Brügge.

Aachen und Maastricht – zwei Mal positiv überrascht

Gestern habe ich einen Tag in Aachen verbracht. Diese Pause habe ich mir auch wirklich verdient, nachdem ich unbedachter Weise eine „Tour de Force“ eingelegt habe und von Mehlem (Abzweigung südlich von Bonn) nach Aachen 127 km zurückgelegt habe. Laut Navi hätten es 92 sein sollen. Aber das Navi rechnet den geradesten Weg mit allen möglichen Abkürzungen, den man so eigentlich fast nicht fahren kann (die beschilderte Route ist oft viel länger). Ich bin also um 21 Uhr in Aachen angekommen, müde aber sonst in guter Verfassung.

In Aachen bin ich wieder einmal wunderbar verpflegt worden – meine neue Bekanntschaft aus Nürnberg hat mich zu ihrem Schwager nach Aachen vermittelt. Es war ein sehr angenehmer Aufenthalt, voller interessanter Gespräche, sehr freundschaftlich. Ich hatte ein gutes Abendessen und gute Frühstücke, durfte mich wie zuhause fühlen und mir fehlte es an nichts.

Am nächsten Tag habe ich mir die Aachner Innenstadt angeschaut: den Aachner Dom und die Fußgängerzone, den Elisengarten, wo ein Pavillion steht, der Ausgrabungen aus unterschiedlichen Zeitepochen, von Steinzeit, über Römer bis in die Neuzeit beherbergt und anhand dieser die Geschichte Aachens erklärt. Ich habe erfahren, dass Aachen eine Pilgerstadt war und ist und dass es dort Thermalquellen gibt, die schon seit Jahrhunderten von Fürsten und Königen und anderen wichtigen zeitgeschichtlichen Persönlichkeiten aufgesucht werden.
Außerdem ist die Gegend rund um Aachen ein Gebiet des Kohleabbaus und verschiedene vermeintliche Hügel wurden eigentlich von Menschenhand im Zuge des Kohleabbaus aufgeschüttet.

 


Heute früh habe ich Aachen verlassen und bin nach kurzen 35 km, ungefähr zur Mittagszeit in Maastricht angekommen. Alle die im Vorfeld meiner Reise gesagt haben, „Was, du fährst nicht nach Holland, DAS Fahrradland?!“ können jetzt beruhigt sein. Ich war nun auch in Holland. Wobei sich Holland eher in meinem Weg geschoben hat als dass ich es bewusst aufgesucht hätte. Limburg, so heißt das Zipfel im Dreiländereck, ist wie eine Zunge, die sich mal kurz zwischen Deutschland und Belgien schiebt. Und tatsächlich – kaum fährt man über die unsichtbare Grenze, irgendwo gleich nachdem die Stadt Aachen endet, sind alle Häusern aus Backsteinmauerwerk und die Vorgärten akkurat bis ins kleinste Detail gestaltet. Die Holländer scheinen ein besonderes Faible für Buchsbaumhecken und Buchsbaumtiere zu haben. Die Vorgärten sind meist nach einem Schema gestaltet, das ungefähr so geht: Der Boden entweder als englischer Rasen, oder mit Bruchstein (grau oder weiß) belegt. Buchsbaumhecken, meist nur kniehoch, genauestens in Form geschnitten, fassen Blumenarrangements ein. Dazwischen, manchmal ein paar Formen, seien es Kegel, Kugeln oder sogar Tierformen aus diesen kleinblättrigen Buschwerk. Und manche von ihnen geben sich grenzenlos der „Liebe“ zu Gartenzwergen hin und stellen Dutzende von ihnen auf. Außerdem haben sie große Fenster zu Straße, vorwiegend ohne Unterteilung durch Sprossen oder dergleichen, die sie, Schaufenstern gleich, schmücken. Also alles typisch holländisch, scheint mir.

Zwischen den Siedlungen erstrecken sich große Kuhweiden mit meist schwarz-weiß gefleckten Kühen, manchmal sieht man auch Pferde auf Koppeln grasen. In rasantem Tempo geht es meist bergab, nur von kurzen Anstiegen unterbrochen. Im Dreiländereck liegt die höchste Erhebung Hollands, ich fahre also in die Ebene hinunter.

Auch Maastricht kommt mir sehr typisch niederländisch vor. Massenweise Fahrräder, Backsteine und zu meinem Leidwesen (da ich Rad fahre) viel Kopfsteinpflaster. Ich werde ordentlich durchgeschüttelt. Laut Wikipedia gibt es hier sogar Coffeeshops (in denen Holländer legal „Gras“ kaufen können, Ausländer dürfen das nicht), auf die ich jedoch noch nicht gestoßen bin.

Die Innenstadt ist das reinste Einkaufsparadies. Selten habe ich ein Geflecht aus dermaßen vielen Einkaufsstraßen gesehen, viele durchaus interessante Sachen, endlich kein Konglomerat aus den „üblichen Verdächtigen“ mehr.

Nach einem anständigen Lunch/Dinner, das aus Veggie-Burger inklusive Pommes mit Mayonnaise besteht, breche ich zur weiteren Erkundungstouren auf. Die zwei Kirchen am Vrijthof sind leider schon geschlossen, genauso wie die Museen und auch die Geschäfte machen sich bereit zum absperren. Um 18 Uhr werden hier anscheinend die „Bürgersteige hochgeklappt“. Ich fahre durch den Stadtpark, wo es einen kleinen „Streichelzoo“ mit Hühnern, Ziegen, Rehen und anderem kleinen Getier gibt, danach beschließe ich zum „Fort“ hinaufzufahren – von dort habe ich einen besseren Ausblick über Maastricht, mit dem ich aber nicht so ganz zufrieden bin. Irgendwie sieht man die „wichtigen“ Gebäude nicht…
Auf dem Weg zurück passiere ich noch einmal Teile der Altstadt und fahre über die beliebteste Brücke (Sint Servaatsbrug). Ich bin Zeuge, wie der stählerne Mittelteil in die Höhe gefahren wird, damit ein Schiff unter der Brücke passieren kann. Das geschieht unabhängig davon, ob sich Leute auf dem jeweiligen Teil der Brücke befinden, oder nicht. Der Höhenunterschied zwischen den angrenzenden Brückenteilen aus Stein wird einfach durch Metallrampen ausgeglichen.
Ich fahre durch das Viertel östlich der Maas, das sich gegenüber der Altstadt befindet. Auch dieses ist sehr charmant. Ich frage mich die ganze Zeit, warum ich die Straßenzüge so ansprechend finde – bis ich bemerke, dass die Geschäfte nur sehr zurückhaltende Schilder haben, die wie in alten Zeiten anmuten. Es gibt keine riesigen, hinterleuchteten Buchstaben oder dergleichen.

Auf der Fahrt zurück in meine Pension, werde ich vom Gefühl erfasst, dass ich Maastricht mag. Ich wusste vorher nicht, was ich von dieser Stadt erwarten sollte, doch sie gefällt mir. Irgendwie hat sie Charisma und Flair. Wer nicht immer wieder nur nach Amsterdam fahren will, dem sei Maastricht ans Herz gelegt!

Morgen geht es ENDLICH durch Flandern! Ich habe mich schon lange auf diese Tour gefreut. Endlich ein neues Land. Flandern ist der nördliche Teil von Belgien, wo hauptsächlich Niederländisch gesprochen wird. Im südlichen Teil, Wallonien, wird vorwiegend Französisch gesprochen. Zwischen den zwei Teilen herrscht eine Konkurrenz, die geschichtlich bedingt ist.
Ich freue mich auf die zahlreichen kleinen Dörfer, durch die ich fahren werde, die allesamt eine reiche, weit zurückreichende Geschichte haben und auch optisch was hergeben sollen.

Nürnberg – ein unerwartetes Highlight

Nach dem Körperlichen kommt das Geistige. Letzte Woche war ich ja jeden Tag mit Ausmisten, Heu machen und Unkraut jäten beschäftigt. Habe also die Welt mehr durch meine Hände und Muskelarbeit erlebt und die „Früchte“ meiner körperlichen Arbeit erfahren. Seit gestern hat sich das geändert: Ich bin in die Welt der Kultur eingetaucht. Aber alles der Reihe nach:

Ich habe gestern um 10 Uhr morgens Nürnberg erreicht. Erstaunlich schnell habe ich die 24 km von Roth bis Nürnberg Zentrum hinter mich gelassen und bin wieder in einer Großstadt – Nürnberg hat ca. eine Halbe Million Einwohner. Ich habe mich in einer von einer Burgmauer umfassten Altstadt wiedergefunden, einen Kaffe und eine Mehlspeise von einer Bäckerei genossen und bin dann durch den Markt im Zentrum der Altstadt und die kleinen Gassen flaniert. Ich habe an den Ufern der Pegnitz (der Fluss, der Nürnberg durchfließt) entspannt und habe um 13 Uhr noch einen Teil für mein Fahrrad abgeholt, den mir der Fahrradmechaniker meines Vertrauens nach Nürnberg in eine befreundete Werkstatt liefern hat lassen, weil in Wien nicht mehr genug Zeit dafür war. Doch das sind alles nur Nebensachen, denn das wirklich Tolle kommt erst.

Über warmshowers.org habe ich Christina in Nürnberg kennengelernt, die mir hier ein Bett, Dusche und sogar Abendessen und Frühstück angeboten hat. Doch nicht nur das: Es ist als hätte ich eine alte Freundin wiedergetroffen. Wir hatten unglaublichen Spaß, haben gestern Abend die Altstadt durchstreift und sie hat mir im Schnelldurchlauf alles von Geschichtlichem bis zur sozialen Entwicklung der Stadt alles erzählt: Wo es welche Museen und Geschäfte gibt, wie sich die Stadteile entwickelt haben, wo es das beste Programmkino gibt, und vieles mehr. Von 18 bis 23 Uhr sind wir so gegangen, haben kurz die Burg besucht, sind auf dem beliebtesten Platz gesessen (vor dem Albrecht Dürer Haus) und haben ein Bier bzw. Wein getrunken, während wir dem Treiben rund um uns zugesehen haben und sich der Platz langsam mit Menschen aller Altersstufen gefüllt hat. Auf dem Rückweg hat sie mir die Fleischbrücke gezeigt, die ziemlich an Venedig erinnert und haben den Abend im Casablanca, einem coolen, alten Programmkino ausklingen lassen. Wir haben uns so viel erzählt und haben gelacht – ich habe den Abend sehr genossen. Weil Nürnberg so schön ist und gestern bei weitem nicht genug Zeit war, habe ich beschlossen noch einen Tag zu bleiben und erst morgen weiterzufahren. Christina hat mir die Option auch angeboten – ich darf einen weiteren Tag bei ihr wohnen.

Heute will ich noch einmal losziehen, vielleicht in ein oder zwei Museen gehen und mir die Burg genauer ansehen, denn der Burghof war gestern Abend schon geschlossen. Ich bin so froh hier zu sein!

Einige Eindrücke aus Nürnberg:

Was ich heute gelernt habe

Ich bin heute um kurz vor 9 von Ehingen am Ries losgestartet. Es geht und ging richtung Nürnberg. Dort will ich einen Tag verbringen, um mir die Stadt ein bisschen anzuschauen, dann geht es weiter. Ich will diesmal bis nach Belgien kommen und dann durch Belgien, durch Flandern genauer gesagt, bis nach Brügge. Das ist meine nächste Station.

Am Anfang ging es gut, heute. Die ersten paar Kilometer dachte ich daran, ob ich wohl etwas am Bauernhof vergessen habe, und daran, ob ich Peter überhaupt eine E-Mail Adresse oder Tel.Nr. hinterlassen habe. Mir gingen noch einmal einzelne Situationen und Gespräche durch den Kopf, während die Landschaft an mir vorbeizog. Den Weg bis Gunzenhausen kannte ich ja praktisch schon, nur in umgekehrter Richtung vom Hinfahren. Trotzdem musste ich immer wieder anhalten, um auf die Karte oder aufs Handy zu sehen, ob ich richtig fahre. Es gibt viele Radwege in Deutschalnd, doch manchmal hören sie plötzlich bei der Straße auf und man weiß nicht, wie es weitergeht. Auf der Straße? Oder geht der Radweg woanders weiter?

Nach Gunzenhausen radelte ich Richtung Brombachsee weiter. Auch diese Route war größtenteils gut beschriftet und ich fand den Weg relativ leicht. Doch dann begannen die Herausforderungen. Am wunderschönen Ufer des Brombachsees verlor ich mich im Gewirr der Uferradwege und Zugänge zu verschiedenen Touristenpunkten, wie Campingplätzen, Restaurants oder Zugängen zu Badeplätzen. Alles war für Radfahrer und Fußgänger, doch wo die Route entlangging, die weiterführt, war für mich nicht ersichtlich. Immer wieder vor und zurück. Mir wurde plötzlich bewusst, wie absurd es war: Alle entspannten und machten Urlaub am Badesee, doch ich konnte nicht einmal den schönen Ausblick auf den See genießen, weil ich den Weg nicht fand.

Schlußendlich nahm ich versehentlich auch noch die Route, die ich eigentlich nicht nehmen wollte (aus zwei Optionen die falsche gewählt) und beließ es dabei, weil ich noch einmal zurückfahren wollte. Diese Route wollte ich ursprünglich meiden, weil sie mehrere starke Steigungen beinhaltete, doch nur war ich auf dem Weg. Irgendwie wurschtelte ich herum, verlor den Weg und nahm eine „Abkürzung“ über einen Feldweg, der die letzten 500 m pure, niedergetretene Wiese war. Es war auch noch steil, ich führ im Schneckentempo, brauchte aber alle Kraft, die ich hatte. Über mir machte ein Flugzeug Kunstflugübungen, aber nicht einmal das konnte mich aufmutern. Ich hatte eher Angst, dass er abstürzt und auf mich drauffällt.

Ich war fix und fertig, als ich vom Feldweg wieder auf einen Radweg kam, den man auch als solchen bezeichnen kann. Ich fluchte vor mich hin und fragte mich laut warum ich das eigentlich mache. Doch dann ging es weiter und ich war noch gar nicht vollkommen ok, als ich dann doch noch belohnt wurde: vor mir auf dem Radweg (menschenleer und verlassen) spielten zwei kleine Wiesel miteinander „fangen“. Sie waren viel kleiner als Katzen, hatten einen dunkelbraunen Rücken und weiße Bäuche. Ich habe solche Tiere noch nie in freier Wildbahn gesehen und freute mich!

Wieder erinnerte ich mich daran, dass doch der Weg das Ziel ist und es egal ist, ob ich schnell bin, oder langsam.

Bei einer Abzweigung, kurz vor Brombachsee, hatte ich beim Kartenlesen versehentlich meinen Tageskilometerzähler am Tacho zurückgestellt auf Null. Das passiert bei langem Druck auf die Taste – ich musste mich ohne es zu merken darauf gestützt haben. Ich war untröstlich ob der „verlorenen“ Kilometer. Ich war frustriert und wütend. Später musste ich daran denken und merkte wie lächerlich es war. Gar nichts ist verloren gegangen. Dieses Ereignis hat mich eher etwas gelehrt – ich sollte nicht so oft auf den Tacho schauen. Zu oft zieht er meinen Blick magisch auf sich und ich zähle förmlich die Kilometer mit. Doch ist das überhaupt wichtig. Ich weiß doch wie weit ich gefahren bin. Die genaue Angabe auf zwei Kommastellen interessiert doch niemanden. Wieder eine Übung im Loslassen.

Nach den Wieseln wurde ich langsam entspannter. Ich beobachtete die Landschaft, genoss die Wälder und die Häuser – es gibt entzückende kleine Orte mit Fachwerkhäusern und Steinhäusern hier in Franken.

Ab drei Uhr nachmittags machte ich mir langsam Gedanken: Sollte ich wirklich bis Nürnberg fahren? Ich könnte es schaffen, doch ich würde relativ spät und völlig erledigt ankommen. Eine Option wäre auch noch die lezten 20 km oder so den Zug zu nehmen. Ein paar mal schob ich die Entscheidung noch vor mich hin: Beim nächsten Ort; nach den nächsten 8 km. Bis ich schließlich in Roth ankam. Und da wusste ich: Hier sollte ich übernachten. Ein netter kleiner Ort, unaufgeregt, aber nicht langweilig, architektonisch durchaus interessant (ich habe mich noch nicht an den Fachwerkähusern sattgesehen), nicht zu klein und nicht zu groß.

So bin ich hier geblieben. In Roth, ca. 20 km südlich von Nürnberg. Durch die Touristeninformation habe ich ein Zimmer gefunden – in einem kleinen Ort, ca 7 km vom Zentrum entfernt. Bevor ich hingefahren bin, habe ich ein paar Runden durch das Zentrum gemacht und schließlich ein kleines Lokal in einer ruhigen Gasse mit zwei Tischen davor gefunden und ein Weißbier getrunken. Dazu Pommes, als „Unterlage“. Und da wusste ich wieder warum ich es mache: Ich habe heute so viel erlebt und das ist der perfekte Ausklang. Entspannt, ohne Stress, einfach die Atmosphäre genießen, ein bisschen mit der Besitzerin plaudern und mit den anderen Gästen (drei ingsgesamt, alle Stammgäste).

Ich bin jetzt auf einem Bauernhof, der Gästezimmer anbietet. Das Zimmer ist schön, geräumig, riesiges Bett, sauberes und neu hergerichtetes Bad. Ich darf die kleine Küche benutzen, die im Frühstücksraum integriert ist und habe mir ein Abendessen gemacht (Fertigtortellini).

Ich bin froh, nicht krampfhaft am Plan festgehalten zu haben, bis Nürnberg zu kommen. So konnte ich den Abend noch genießen und habe mit Sicherheit mehr gesehen, als wenn ich nur überall durchgehetzt wäre.

Improvisieren und locker bleiben; immer den Weg genießen. Das habe ich heute gelernt.

Morgen geht es frisch und ausgeruht weiter!

Hier habe ich einfach einige Bilder von unterwegs angefügt: