Abschied nehmen

Man weiß nicht, was man fühlen wird, bis man es fühlt.

Irgendwie dachte ich wohl nicht darüber nach, oder ich dachte es würde leicht werden, wahrscheinlich dachte ich jedoch einfach gar nicht daran, wie es werden würde Abschied zu nehmen. Doch jetzt ist es so weit. Immer wieder passiert es: Ich muss Abschied nehmen.

Wenn man sich plötzlich nackt fühlt ohne Wiener Linien Jahreskarte, weiß man, man ist fix Wienerin. Oder einfach schon sehr lang in Wien.
Aber Abschiede bahnen sich ihren Weg auch auf andere Weisen zu mir.

Immer wieder wenn ich mich mit jemanden treffe, heißt es zum Schluss: „Falls wir uns nicht mehr sehen, ich wünsche dir…“ Und dann fühle ich, oh shit – this is for real. Genauso als ich heute meine Wiener Linien Jahreskarte abgegeben habe. Ein kleiner Stich ins Herz.

Abschiede tun ein bisschen weh, bringen sie uns doch immer wieder vor Augen, dass die große Veränderung jetzt direkt ansteht. Was auch, sein wird, es wird nicht mehr so sein wie vorher. Und dann ist da doch diese Angst vor dem Unbekannten. Diese Angst, über die man dachte, man hätte sie nicht, man stünde da drüber. Nope. Sie ist da. Man konnte sie sich nur nicht konkret vorstellen.

Denn man weiß nicht, genau was man fühlen wird, bis man es fühlt…

Die meistgestellten Fragen

Immer wenn ich erzähle, dass ich bald mit dem Fahrrad losfahren will um Europa zu bereisen, bekomme ich einige der folgenden Fragen. Ist ja auch logisch, denn das sind die Eckpunkte und Parameter, die das Leben bestimmen, Job, Wohnung, Obdach. Hier beantworte ich sie:

  1. Hast du deinen Job gekündigt?

Ich habe nicht wirklich gekündigt. Ich werde vorübergehend abgemeldet und kann aber, wenn ich will, wieder in das Büro zurückkehren.

  1. Fährst du alleine?

Eigentlich nicht. Denn ich habe meinen Hund dabei. Und wer kann in Begleitung eines Hundes schon alleine sein? Update: Ich fahre allein. Für Rayo war die Reise im Anhänger zu anstrengend. Daher reise ich tatsächlich allein. Aber es heißt ja immer, man lernt so schnell Leute kennen auf Reisen…

Rayo stellt sich vor

Rayo – das bin ich. Falls ihr euch wundert. Ich bin geeicht auf Reisen. Nichts ist besser als die Natur erkunden und neue Düfte aufnehmen. Ich bin grundsätzlich dort, wo du nicht bist. Und ich bin auch noch schneller dort. Vorausgesetzt, es hält mich niemand mit so einem blöden Ding, genannt Leine, zurück.

Vorbereitungen

Der Tag der Abreise rückt immer näher. Jetzt ist es nur mehr ein Monat bis ich in die große weite Welt aufbrechen will. Und – es läuft nicht alles nach Plan:
Ich habe noch immer nicht mein Rad bekommen, das ich am 22.April bestellt habe. Die Fertigung verzögert sich. Es heißt wieder einmal – nächste Woche. Doch das hat man mir schon zwei Mal gesagt.
Ich muss die neue Wohnung auf Vordermann bringen, weil ich sie ab Juli vermieten will. Ein Freund von mir wird sich darum kümmern sie über AirBnb an die Leute zu bringen. Aber bis dahin muss man noch putzen und streichen und einrichten. Noch schaut sie aus wie ein abgewohntes Loch. Doch das soll sich ändern.
Wenigstens 2 positive Nachrichten habe ich zu vermelden:
  1. der Hundeangänger ist fertig!
  2. ich habe schon ein paar Kartons darauf in die neue Wohnung transportieren können,
was leider nicht ganz ohne Zwischenfälle abgelaufen ist: Die Anhängerkupplung hat sich von der Radaufhängung gelöst, weil die Schraubmutter abgefallen ist und ich musste auf der Straße halt machen, auf die Seite ziehen und am Gehsteig das ganze wieder reparieren. Zum Glück war nur ein Kanister Farbgrund im Anhänger, nicht der Hund.
In meinem Kopf türmen sich die To-Do listen, manche schaffen es auf irgendwelche Schmierzettel, die dann in der Wohnung herumkugeln, andere fristen ihr Dasein auch in meinem Smartphone. Gelegentlich wird auch mal ein Punkt oder zwei abgehakt. Wie heute, als ich eine Ladung Putzmittel und Wischtücher kaufte. Oder endlich die Berge von Altkleidung entsorgt habe, die ich schon lange loswerden wollte. So etwas fühlt sich dann auch gut an.
Doch der Turm in meinem Kopf wächst trotzdem eher, als dass er schrumpft.
Ich zähle immer noch darauf, dass ich es schaffe und Anfang Juli aufbreche.