Warum mit dem Rad

Wieso ich eigentlich mit dem Fahrrad reisen will?

Schon Henry David Thoreau schrieb: „Ich weiß aus Erfahrung, dass derjenige, welcher zu Fuß geht, am schnellsten reist.“ Dazu gleich mehr.

Als ich angefangen habe über eine längere Reise nachzudenken, habe ich vorerst alles in Betracht gezogen: Zug, Auto, Fahrrad, zu fuß. Jedes Verkehrsmittel hat seine Vor- und Nachteile.

Zuerst tritt eines der elementarsten Gesetze in Kraft, auf das ich in letzter Zeit immer wieder zurückgekommen bin – und das auch in Thoreaus Zitat anklingt. Es trifft einfach fast immer zu: Entweder man hat Zeit, oder man hat Geld. Mit Geld lässt sich also, anders gesagt, ein Mangel an Geld kompensieren. Und meistens auch umgekehrt. Ich habe viel darüber nachgedacht und es ist mir immer wieder aufgefallen:

Abschied nehmen

Man weiß nicht, was man fühlen wird, bis man es fühlt.

Irgendwie dachte ich wohl nicht darüber nach, oder ich dachte es würde leicht werden, wahrscheinlich dachte ich jedoch einfach gar nicht daran, wie es werden würde Abschied zu nehmen. Doch jetzt ist es so weit. Immer wieder passiert es: Ich muss Abschied nehmen.

Wenn man sich plötzlich nackt fühlt ohne Wiener Linien Jahreskarte, weiß man, man ist fix Wienerin. Oder einfach schon sehr lang in Wien.
Aber Abschiede bahnen sich ihren Weg auch auf andere Weisen zu mir.

Immer wieder wenn ich mich mit jemanden treffe, heißt es zum Schluss: „Falls wir uns nicht mehr sehen, ich wünsche dir…“ Und dann fühle ich, oh shit – this is for real. Genauso als ich heute meine Wiener Linien Jahreskarte abgegeben habe. Ein kleiner Stich ins Herz.

Abschiede tun ein bisschen weh, bringen sie uns doch immer wieder vor Augen, dass die große Veränderung jetzt direkt ansteht. Was auch, sein wird, es wird nicht mehr so sein wie vorher. Und dann ist da doch diese Angst vor dem Unbekannten. Diese Angst, über die man dachte, man hätte sie nicht, man stünde da drüber. Nope. Sie ist da. Man konnte sie sich nur nicht konkret vorstellen.

Denn man weiß nicht, genau was man fühlen wird, bis man es fühlt…

Die meistgestellten Fragen

Immer wenn ich erzähle, dass ich bald mit dem Fahrrad losfahren will um Europa zu bereisen, bekomme ich einige der folgenden Fragen. Ist ja auch logisch, denn das sind die Eckpunkte und Parameter, die das Leben bestimmen, Job, Wohnung, Obdach. Hier beantworte ich sie:

  1. Hast du deinen Job gekündigt?

Ich habe nicht wirklich gekündigt. Ich werde vorübergehend abgemeldet und kann aber, wenn ich will, wieder in das Büro zurückkehren.

  1. Fährst du alleine?

Eigentlich nicht. Denn ich habe meinen Hund dabei. Und wer kann in Begleitung eines Hundes schon alleine sein? Update: Ich fahre allein. Für Rayo war die Reise im Anhänger zu anstrengend. Daher reise ich tatsächlich allein. Aber es heißt ja immer, man lernt so schnell Leute kennen auf Reisen…