Belgien, erster Tag

Wieder einmal so viele Eindrücke – ich weiß gar nicht wovon ich zuerst schreiben soll…

Ich bin in Belgien, auf halbem Weg nach Brüssel sozusagen. Die morgige Etappe wird jedoch deutlich kürzer ausfallen als die heutige.

Belgien ist anders, als ich gedacht hatte. Zumindest Flandern wirkt für mich ärmer, als ich erwartet hätte. Zum Beispiel sind viele Häuser in den Dörfern durch die ich gefahren bin, halb eingestürzt oder nicht fertiggestellt, viele stehen zum Verkauf – das erinnert mich eher an Rumänien als an Westeuropa. Natürlich ist aber alles in Backsteinmauerwerk. Die kleinen Städte in die ich gefahren bin um mir die Zentren anzusehen (zuerst Tongern – niederländisch: Tongeren, dann Sint Truiden), wirkten fast ausgestorben. Viele der Cafés und Restaurants hatten gar nicht erst offen, der Rest hatte wenig Kunden. Die vielen, vielen Tische, die auf den Plätzen zum Verweilen einladen sollten, waren meist leer. Befremdlich wirkte auch, dass zum Beispiel in Sint Truiden, der (lt. Wikipedia) einen der größten Hauptplätze Belgiens besitzt, die PKWs auf eben diesem Platz parkten durften. Das trägt auch nicht unbedingt dazu bei, die schöne Kirche und das Rathaus in einem guten Foto einzufangen, wenn im Vordergrund immer Autos zu sehen sind.

Hingegen ist Belgien sehr fahrradfreundlich. So gut wie alle Straßen haben in beide Richtungen Fahrradspuren, die meist von der Hauptfahrbahn getrennt sind. Die Einbahnstraßen sind für Fahrradfahrer in beide Richtungen offen und es gibt außerdem ein unglaublich großes Netz an gesonderten Fahrradwegen die kreuz und quer durchs Land führen. Auf diesen bewegt man sich fernab des üblichen Autoverkehrs durch Obstplantagen und Getreidefeldern.

IMG_8653Außerdem gibt es ein tolles Wegweisersystem – Fahren nach Zahlen. Die Kreuzungen auf der Karte besitzen jede eine Kennzahl. Die Hinweisschilder führen so von Kreuzung bzw. Kennzahl zu Kennzahl und man muss sich im Prinzip nur eine Reihenfolge von Zahlen merken und dann kann man fahren, fast ohne jemals auf die Karte zu sehen. Sehr praktisch!

IMG_8689Es gibt hier Kühe, die einen Körper wie Schweine haben – mit riesigen Muskeln bepackt (viel Fleisch) und einem enormen Hinterteil. Die Muskeln zeichnen sich deutlich unter der Haut ab und der ganze Körper scheint nur so vor Kraft zu strotzen. Sie haben eine komplett andere Anatomie, als die Kühe die ich sonst gewohnt bin. Solche Rindviecher habe ich noch nie zuvor gesehen! Und diese Rasse wird scheinbar fast ausschließlich gehalten, denn andere habe ich fast gar nicht auf den Weiden angetroffen. Ich vermute sie werden des Fleisches wegen gezüchtet. Es waren übrigens eindeutig keine Stiere – ich habe extra darauf geachtet. Sie waren weiblichen Geschlechts und hatten ganz kleine Euter, verglichen mit den „normalen“ Kühen.

Heute habe ich die 1000 km Marke auf meinem Tacho geknackt. Ich bin also insgesamt mehr als 1000 km gefahren. Unglaublich für mich. Es kommt mir schon fast zu früh vor.

Morgen geht es nach Brüssel. Auf dem Weg dorthin besuche ich noch die Stadt Tienen und die Stadt Löwen. Die letztere gilt als Kultur- und Universitätsstadt und soll sehr viel zu bieten haben.

Aachen und Maastricht – zwei Mal positiv überrascht

Gestern habe ich einen Tag in Aachen verbracht. Diese Pause habe ich mir auch wirklich verdient, nachdem ich unbedachter Weise eine „Tour de Force“ eingelegt habe und von Mehlem (Abzweigung südlich von Bonn) nach Aachen 127 km zurückgelegt habe. Laut Navi hätten es 92 sein sollen. Aber das Navi rechnet den geradesten Weg mit allen möglichen Abkürzungen, den man so eigentlich fast nicht fahren kann (die beschilderte Route ist oft viel länger). Ich bin also um 21 Uhr in Aachen angekommen, müde aber sonst in guter Verfassung.

In Aachen bin ich wieder einmal wunderbar verpflegt worden – meine neue Bekanntschaft aus Nürnberg hat mich zu ihrem Schwager nach Aachen vermittelt. Es war ein sehr angenehmer Aufenthalt, voller interessanter Gespräche, sehr freundschaftlich. Ich hatte ein gutes Abendessen und gute Frühstücke, durfte mich wie zuhause fühlen und mir fehlte es an nichts.

Am nächsten Tag habe ich mir die Aachner Innenstadt angeschaut: den Aachner Dom und die Fußgängerzone, den Elisengarten, wo ein Pavillion steht, der Ausgrabungen aus unterschiedlichen Zeitepochen, von Steinzeit, über Römer bis in die Neuzeit beherbergt und anhand dieser die Geschichte Aachens erklärt. Ich habe erfahren, dass Aachen eine Pilgerstadt war und ist und dass es dort Thermalquellen gibt, die schon seit Jahrhunderten von Fürsten und Königen und anderen wichtigen zeitgeschichtlichen Persönlichkeiten aufgesucht werden.
Außerdem ist die Gegend rund um Aachen ein Gebiet des Kohleabbaus und verschiedene vermeintliche Hügel wurden eigentlich von Menschenhand im Zuge des Kohleabbaus aufgeschüttet.

 


Heute früh habe ich Aachen verlassen und bin nach kurzen 35 km, ungefähr zur Mittagszeit in Maastricht angekommen. Alle die im Vorfeld meiner Reise gesagt haben, „Was, du fährst nicht nach Holland, DAS Fahrradland?!“ können jetzt beruhigt sein. Ich war nun auch in Holland. Wobei sich Holland eher in meinem Weg geschoben hat als dass ich es bewusst aufgesucht hätte. Limburg, so heißt das Zipfel im Dreiländereck, ist wie eine Zunge, die sich mal kurz zwischen Deutschland und Belgien schiebt. Und tatsächlich – kaum fährt man über die unsichtbare Grenze, irgendwo gleich nachdem die Stadt Aachen endet, sind alle Häusern aus Backsteinmauerwerk und die Vorgärten akkurat bis ins kleinste Detail gestaltet. Die Holländer scheinen ein besonderes Faible für Buchsbaumhecken und Buchsbaumtiere zu haben. Die Vorgärten sind meist nach einem Schema gestaltet, das ungefähr so geht: Der Boden entweder als englischer Rasen, oder mit Bruchstein (grau oder weiß) belegt. Buchsbaumhecken, meist nur kniehoch, genauestens in Form geschnitten, fassen Blumenarrangements ein. Dazwischen, manchmal ein paar Formen, seien es Kegel, Kugeln oder sogar Tierformen aus diesen kleinblättrigen Buschwerk. Und manche von ihnen geben sich grenzenlos der „Liebe“ zu Gartenzwergen hin und stellen Dutzende von ihnen auf. Außerdem haben sie große Fenster zu Straße, vorwiegend ohne Unterteilung durch Sprossen oder dergleichen, die sie, Schaufenstern gleich, schmücken. Also alles typisch holländisch, scheint mir.

Zwischen den Siedlungen erstrecken sich große Kuhweiden mit meist schwarz-weiß gefleckten Kühen, manchmal sieht man auch Pferde auf Koppeln grasen. In rasantem Tempo geht es meist bergab, nur von kurzen Anstiegen unterbrochen. Im Dreiländereck liegt die höchste Erhebung Hollands, ich fahre also in die Ebene hinunter.

Auch Maastricht kommt mir sehr typisch niederländisch vor. Massenweise Fahrräder, Backsteine und zu meinem Leidwesen (da ich Rad fahre) viel Kopfsteinpflaster. Ich werde ordentlich durchgeschüttelt. Laut Wikipedia gibt es hier sogar Coffeeshops (in denen Holländer legal „Gras“ kaufen können, Ausländer dürfen das nicht), auf die ich jedoch noch nicht gestoßen bin.

Die Innenstadt ist das reinste Einkaufsparadies. Selten habe ich ein Geflecht aus dermaßen vielen Einkaufsstraßen gesehen, viele durchaus interessante Sachen, endlich kein Konglomerat aus den „üblichen Verdächtigen“ mehr.

Nach einem anständigen Lunch/Dinner, das aus Veggie-Burger inklusive Pommes mit Mayonnaise besteht, breche ich zur weiteren Erkundungstouren auf. Die zwei Kirchen am Vrijthof sind leider schon geschlossen, genauso wie die Museen und auch die Geschäfte machen sich bereit zum absperren. Um 18 Uhr werden hier anscheinend die „Bürgersteige hochgeklappt“. Ich fahre durch den Stadtpark, wo es einen kleinen „Streichelzoo“ mit Hühnern, Ziegen, Rehen und anderem kleinen Getier gibt, danach beschließe ich zum „Fort“ hinaufzufahren – von dort habe ich einen besseren Ausblick über Maastricht, mit dem ich aber nicht so ganz zufrieden bin. Irgendwie sieht man die „wichtigen“ Gebäude nicht…
Auf dem Weg zurück passiere ich noch einmal Teile der Altstadt und fahre über die beliebteste Brücke (Sint Servaatsbrug). Ich bin Zeuge, wie der stählerne Mittelteil in die Höhe gefahren wird, damit ein Schiff unter der Brücke passieren kann. Das geschieht unabhängig davon, ob sich Leute auf dem jeweiligen Teil der Brücke befinden, oder nicht. Der Höhenunterschied zwischen den angrenzenden Brückenteilen aus Stein wird einfach durch Metallrampen ausgeglichen.
Ich fahre durch das Viertel östlich der Maas, das sich gegenüber der Altstadt befindet. Auch dieses ist sehr charmant. Ich frage mich die ganze Zeit, warum ich die Straßenzüge so ansprechend finde – bis ich bemerke, dass die Geschäfte nur sehr zurückhaltende Schilder haben, die wie in alten Zeiten anmuten. Es gibt keine riesigen, hinterleuchteten Buchstaben oder dergleichen.

Auf der Fahrt zurück in meine Pension, werde ich vom Gefühl erfasst, dass ich Maastricht mag. Ich wusste vorher nicht, was ich von dieser Stadt erwarten sollte, doch sie gefällt mir. Irgendwie hat sie Charisma und Flair. Wer nicht immer wieder nur nach Amsterdam fahren will, dem sei Maastricht ans Herz gelegt!

Morgen geht es ENDLICH durch Flandern! Ich habe mich schon lange auf diese Tour gefreut. Endlich ein neues Land. Flandern ist der nördliche Teil von Belgien, wo hauptsächlich Niederländisch gesprochen wird. Im südlichen Teil, Wallonien, wird vorwiegend Französisch gesprochen. Zwischen den zwei Teilen herrscht eine Konkurrenz, die geschichtlich bedingt ist.
Ich freue mich auf die zahlreichen kleinen Dörfer, durch die ich fahren werde, die allesamt eine reiche, weit zurückreichende Geschichte haben und auch optisch was hergeben sollen.

Entlang des Rheins, oder: Eine Übung im Loslassen

Ich habe schon einmal darüber geschrieben, dass Kilometerzahlen nicht wichtig sind. Dieser Meinung bin ich auch immer noch. Trotzdem mal was zu den Kilometern: Ich habe jetzt fast 800 km am Tacho – 784 um genau zu sein. Meine Tagesetappen liegen inzwischen bei mehr als 70 km und ich könnte locker länger fahren, denn ich bin in den letzten Tagen schon um 3 Uhr Nachmittags mit den 70 km fertig, die ich mir vorgenommen hatte. (Ich muss zugeben, dass es am Rhein die meiste Zeit eben dahingeht, ohne Steigungen. Die einzigen Steigungen, die es gibt, führen auf Brücken, oder davon hinunter, durch Unterführungen unter der Bahn oder unter Straßen.) Und ich muss zugeben, ich bin ein bisschen stolz auf mich. Fast 800 km (am Stück) hätten früher unerreichbar geklungen. 80 km am Tag, ein Ding der äußersten Verausgabung. Heute ist das „normal“.

Ich habe außerdem gemerkt, wie sich einige Dinge für mich verändert haben: Früher dachte ich bei 20 km, „Boah, viel!“, heute denke ich, „Ah, bin gleich da.“ Alles unter 30 km ist quasi fast in der Nähe. Natürlich brauche ich für die 20 km trotzdem über eine Stunde, doch ich bin schon so daran gewöhnt fast den ganzen Tag auf dem Fahrrad zu sitzen, dass eine Stunde nicht mehr viel ist. Ich merke auch unterwegs, dass ich die Fahrt mehr genießen kann. Ich sehe mir die Landschaft an, halte öfter als früher an, um ein Foto zu machen, ich höre langsam auf, mir vorzuwerfen, dass ich zu viele Pausen mache. Ich dachte bisher immer, „ein bis zwei Stunden muss ich schon durchfahren, dass was weitergeht.“ Blödsinn. Es geht auch so sehr viel weiter. Wie gesagt, ich war heute um halb vier am Campingplatz, nach ca. 74 km Fahrt. Ich habe unzählige Male angehalten, um Fotos zu machen, um zu essen, um mein Fahrrad zu checken, weil ich irgendwelche komischen Geräusche hörte, um die Jacke auszuziehen, um sie wieder anzuziehen, um Beeren zu naschen und mit jemanden zu plauschen, usw., usf.

Ich merke jetzt schon, wie viel diese Art von Reisen mit „Loslassen“ zu tun hat. Ein Thema, wofür ich mich schon länger interessiere. So wie ich reise, ohne vorher die Übernachtungen zu reservieren, muss man loslassen, nicht 100 Prozentig genau zu wissen, wo man schlafen wird. (Natürlich schaue ich mir am Tag davor an, wo es Campingplätze gibt). Man muss loslassen, dass das Wetter immer perfekt sein muss. Man muss loslassen, nicht genau zu wissen, was in ein oder zwei Tagen sein wird. Es kann das Wetter so schlecht sein, dass man nicht weiterfahren will. Oder man verbringt irgendwo so eine gute Zeit, dass man länger bleiben will. Oder man ändert die Route. Oder, oder, oder. Generell, Loslassen von fixen Vorstellungen. Nicht immer die Kontrolle haben – das ist eine große Herausforderung. Und ich bin noch lange nicht über all diese Punkte hinweg. Aber ich merke, es wird besser.

Gestern und Heute bin ich den Rhein von Mainz bis Bonn gefahren, von Süden nach Norden. Diese Strecke ist landschaftlich besonders ansprechend und zu Recht UNESCO-Kulturerbe. Links und rechts des Rheins erheben sich sanfte Hügel mit Weinbergen und Wäldern. Fast auf jedem von Ihnen steht ein Schloss oder eine Ruine. Die Orte entlang des Rheins sind fast kitschig hübsch anzusehen. Überall die leicht schiefen Fachwerkhäuser, die mir so gefallen und große Kirchen und Kathedralen.

Ab morgen geht es weg vom Rhein, Richtung Westen, nach Aachen. Dort habe ich über die nette Bekanntschaft aus Nürnberg wahrscheinlich eine private Übernachtungsmöglichkeit.

Unten ein paar Fotos der letzten zwei Tage. Aufgrund des Regens sind die Fotos von gestern leider nicht sehr toll geworden. In Natura waren die Aussichten viel imposanter.

Mainz – wieder was gelernt

Nachdem ich heute aufgestanden bin und hinausgesehen habe, war ich komplett unmotiviert. Am liebsten wäre ich im Bett geblieben – Regenwetter, schon wieder. „Da mag ich mir nicht einmal die Stadt anschauen“, dachte ich mir. Doch nach dem Frühstück ging es schon besser. Zwar war der Himmel immer noch bewölkt und es nieselte, doch ich schaffte es meine Stimmung zu heben nachdem ich meine weiter Route genauer plante und meinen nächsten workaway-Aufenthalt. Dass ich noch einen Tag in Mainz bleiben würde, hatte ich schon nach dem ersten Blick aus dem Fenster beschlossen. Die Angst noch einmal durchnässt zu werden war einfach zu groß.

Um ca. 11 Uhr regnete es auch nicht mehr und ich beschloss, es doch noch in die Innenstadt zu wagen. Zum Glück! Nach kurzer Bummeltour (die Fußgängerzone ist voller Geschäfte) erreichte ich den Dom, beschloss um ihn herumzugehen und stand plötzlich vor dem Gutenberg-Museum. Ich kaufte mir ein Ticket:

Erstens, ich wusste gar nicht dass Gutenberg gebürtiger Mainzer war. Der Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern (in Europa) hat eigentlich nicht nur den Buchdruck revolutioniert, sondern damit gleichzeitig die Informationsverbreitung potenziert und damit eine neue Ära eingeläutet. Er lebte bis 1468 (das habe ich mir gemerkt) und in den folgenden 50 Jahren lebten die berühmtesten Genies unserer Geschichte, von Columbus über Michelangelo zu Leonardo da Vici. Die Verbreitung von altem  und altem Wissen, dass bis dato in Klöstern verborgen vor sich hin staubte gelang mit dem Buchdruck und damit mit der Fertigung von Büchern als Massenware, was unglaublich viel Information unter die Leute brachte: über Anatomie, Pflanzenkunde, Tierkunde, Navigation, Geografie, Astronomie und sogar Astrologie (damals sehr beliebt) – man hatte plötzlich auch als Normalsterblicher Zugang zu Wissen.

Zweitens, war ich überwältigt – wie so oft, wenn ich Museen besuche – vor der schieren Vielfalt, Masse und Fertigungskunst von Produkten damaliger Zeit, vor dieser Anhäufung an Wissen und Know-How, vor dem unglaublichen Fortschritt den wir z.B. bis ins Mittelalter aber auch danach (sowieso!) gemacht haben. Welche Fertigkeiten die Menschen damals schon entwickelt hatten. Welche Passion hinter den Dingen, z.B. hinter den Büchern steckte.

Ich ging zum Schluss noch in die Abteilung der Bücher und Schriften aus Asien, wo der Buchdruck eigentlich schon früher erfunden wurde, aber nicht zu solch hoher Präzision und maschineller Herstellung von Druck-Lettern und Pressen entwickelt wurde. (Einer der wichtigsten Erfindungen Gutenbergs war, dass er neue Druck-Lettern in kürzester Zeit aus einer Bleilegierung gießen konnte. Dafür hatte er eine leicht zerlegbare Gießform entwickelt und somit konnte er zusätzliche Druck-Lettern rapide herstellen.) Auch da war ich natürlich überaus fasziniert. Es gibt so viel zu lernen, so viel Wissen ist da draußen…

Nach einer Film-Vorführung, einer Führung durchs Museum und nachdem ich selbst noch den Großteil der Ausstellung besichtigt hatte, waren ca. drei Stunden vergangen und mein Kopf war übervoll. Doch mein Bauch war leer. Ich ging noch essen und schlenderte danach durch die Stadt und zurück ins Hotel.

Main ist teilweise schön, als Stadt, doch der Großteil der Innenstadt besteht aus Geschäften. Da sehr sehr viel im 2. Weltkrieg zerstört wurde, gibt es nur noch wenige Altbauten. Die meisten Gebäude sind unauffällig und unprätentiös. Die Reklametafeln stechen umso mehr ins Auge. Eine endlose Ansammlung der üblichen (Mode)ketten – Zara, H&M, C&A, Vero Moda,… langweilig. Es gibt aber auch einige lokale Boutiquen, die mich zum Teil angesprochen hätten. Aber shoppen kann ich im Moment sowieso nicht…

Morgen geht es endlich weiter auf der Tour, in Richtung Bonn, dort fahre ich dann weiter Richtung Aachen. Ich will bei Aachen über die Grenze und über Maastricht nach Belgien hinüber. Ich werde Belgien auf der Flandern-Seite durchqueren und, wenn alles passt, sollte das in einer Woche geschehen sein. Mehr davon, bald.