Gedanken zur universitären Bildung

Die universitäre Bildung heute: Ausrichtung an den Bedürfnissen des Marktes – Kompetenz erlangen – konkurrenzfähig sein. Das sind die neuen Schlagworte. Eine universitäre Ausbildung (Bildung wurde zur Ausbildung) muss man demnach – und dieses Bild wird in der Gesellschaft durchgesetzt, ja ist schon durchgesetzt – möglichst zügig und mit einem klaren Ziel vor Augen abschließen. Am besten mit der konkreten Vorstellung, wo man eingesetzt werden kann – an welchem Ort man einen Arbeitsplatz finden wird. In diesem Sinne erlangt das universitäre Studium seine Legitimation ausschließlich durch den erfolgreichen Eintritt in den Arbeitsmarkt. Was macht das mit einer Gesellschaft?

Ich will davon schreiben, warum ich der Meinung bin, dass jede und jeder so lange studieren sollte, wie sie/er mag. Und nicht nur das, sondern ganz ohne den Druck, dass es „etwas sinnvolles“ sein soll:

Wenn man sich die Gesellschaft als (funktionierendes) System von Interdependenzen (gegenseitigen Abhängigkeiten) versteht, als eine mehr oder weniger gut geölte Maschine, und sich selbst als ein Zahnrad – oder von mir aus Keilriemen/ Kette – darin, dann wird die auf die Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt ausgelegte Universität, ebenfalls zu einem Rad in diesem Getriebe. Es wird Tendenzen (und nehmen wir mal an es gäbe genauso viele positive wie negative) verstärken und weitertragen. Von einem Jahr auf das nächste, aus einer Generation in die nächste.

Soll die Universität diese Aufgabe übernehmen? Und wenn ja, ist es gut, dass sie ausschließlich diese Aufgabe übernimmt?