Männer und Frauen – Ein Missverständnis (?)

Ich habe versucht, mit einem Mann zu sprechen. Ich habe mich eine Stunde lang mit ihm unterhalten. Es hat nichts gebracht. Es ist nur schlimmer geworden. Ich dachte, wir könnten uns darauf einigen, das alles nur ein Missverständnis wäre. Dass Männer und Frauen in Wirklichkeit gleich wären…. aber dem war nicht so. Je länger wir uns unterhielten, desto schlimmer wurde es. Mit seinen 37 Jahren, sagte er, hätte er nur egomanische Frauen kennengelernt; deswegen seien alle Frauen egomanisch. Ich bin gescheitert. Ich bin in der Kommunikation mit dem Mann gescheitert. Zwischen uns war ein unüberwindbarer Graben. In dieser einen Nacht, in diesem einen Alkohol geschwängertem und dadurch überaus ehrlichem Gespräch ist das Mann-sein und das Frau-sein zutage getreten. Die Unvereinbarkeit.

Und wie naiv ich war. Wie leichtgläubig dachte ich in meiner Blase, Männer und Frauen könnten eine gemeinsame Sprache finden, könnten sich darauf einigen, dass alles nur Kultur-definiert sei, alles nur ein doofes Missverständnis. Doch für ihn war es nicht so. Ein großer, stattlicher Mann, war er. Einer von der Sorte, dass man dachte, er müsste sich vor nichts fürchten; und doch. Er fürchtete sich vor den Frauen, vor dem Frau-sein. Am Ende sagte er, lieber würde er sich einen Transen suchen, weil der wäre wenigstens immer noch ganz dicht. Und den könnte man wenigstens immer noch in den Arsch ficken. Das sagte er und ich übertreibe nicht. Am Ende waren trotz allem die Frauen die Egomanen und er normal. Arschficken inklusive.

Ich war fast bis zum Ende vernünftig geblieben. Ich habe mich erklärt, habe nicht geschrien. War einfühlsam, verständnisvoll. Doch am Ende sind die Frauen die Arschlöcher und die Egomanen.

Doch zum Glück: Am Ende habe ich doch die Fassung verloren; Ich bin weg gegangen — und dann wieder zurück. Und wenigstens habe ich ihm gesagt, dass er trotz seinen 37 Jahren immer noch nichts verstanden hat. Immer noch keine Ahnung von Frauen. Von Menschen. Immer noch ein Arschloch.

Und ich sage es nicht einmal gerne. Niemand sollte ein Arschloch genannt werden.

Am Ende stimmt nur eins: Ich bin gescheitert. Ich bin darin gescheitert, einem Mann das Menschsein zu erklären. Ich bin darin gescheitert, einem Mann zu erklären dass eine Frau auch nur ein Mensch ist. Dass Männer und Frauen nur das Gleiche wollen. Dass Männer und Frauen sich in fast nichts unterscheiden.

Ich bin gescheitert. Und dieses Scheitern ist meins.

Diese Nacht war desaströs. Sie hat so einiges vernichtet, was ich über Männer und Frauen zu wissen glaubte.

Gedanken zur universitären Bildung

Die universitäre Bildung heute: Ausrichtung an den Bedürfnissen des Marktes – Kompetenz erlangen – konkurrenzfähig sein. Das sind die neuen Schlagworte. Eine universitäre Ausbildung (Bildung wurde zur Ausbildung) muss man demnach – und dieses Bild wird in der Gesellschaft durchgesetzt, ja ist schon durchgesetzt – möglichst zügig und mit einem klaren Ziel vor Augen abschließen. Am besten mit der konkreten Vorstellung, wo man eingesetzt werden kann – an welchem Ort man einen Arbeitsplatz finden wird. In diesem Sinne erlangt das universitäre Studium seine Legitimation ausschließlich durch den erfolgreichen Eintritt in den Arbeitsmarkt. Was macht das mit einer Gesellschaft?

Ich will davon schreiben, warum ich der Meinung bin, dass jede und jeder so lange studieren sollte, wie sie/er mag. Und nicht nur das, sondern ganz ohne den Druck, dass es „etwas sinnvolles“ sein soll:

Wenn man sich die Gesellschaft als (funktionierendes) System von Interdependenzen (gegenseitigen Abhängigkeiten) versteht, als eine mehr oder weniger gut geölte Maschine, und sich selbst als ein Zahnrad – oder von mir aus Keilriemen/ Kette – darin, dann wird die auf die Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt ausgelegte Universität, ebenfalls zu einem Rad in diesem Getriebe. Es wird Tendenzen (und nehmen wir mal an es gäbe genauso viele positive wie negative) verstärken und weitertragen. Von einem Jahr auf das nächste, aus einer Generation in die nächste.

Soll die Universität diese Aufgabe übernehmen? Und wenn ja, ist es gut, dass sie ausschließlich diese Aufgabe übernimmt?