Was man alles schafft, wenn man will

Der Körper ist ein erstaunliches Wunderwerk. Man kann ihm einiges abverlangen – selbst als nicht besonders trainierter Mensch kann man ganz passable Leistungen vollbringen, vorausgesetzt man ist gesund. Dann, hält man das Training aufrecht, passt sich der Körper an, wird besser in dem, was man täglich von ihm fordert.
Wie kann es sein, dass ich heute 70 km mit dem Rad gefahren bin, wo ich doch früher oft nicht einmal 20 km in der Woche geradelt bin?

Die zweite Sache, die mich erstaunt ist, wie gut sich der Körper auch auf den Moment einstellt: Während ich Fahrrad fahre, spüre ich zwar meine Muskeln, die bei starken Anstiegen brennen, oder meine Atemwege, meine Lunge, wenn ich viel Luft brauche, aber selten Müdigkeit, oder Hunger. In den ersten Tagen habe ich den Fehler gemacht zu lange ohne eine richtige Mahlzeit zu fahren, da ich den Hunger nicht so stark gespürt habe, wie ich es von der Büroarbeit gewohnt war. Jetzt mache ich öfter Pausen, esse einen Riegel und Mittags sowie Abends eine größere Mahlzeit.

Doch wenn ich dann ankomme, sei es auch um 6 Uhr abends, nachdem ich geduscht habe und von der Anstrengung „runtergekommen“ bin, da fährt mir die Müdigkeit voll in den Körper. Die Augen werden schwer und ich könnte problemlos um 8 Uhr abends schlafen gehen.
Mir ist auch aufgefallen, dass ich oft an Tagen, wo ich weniger körperlich anstrengende Tätigkeiten mache, mehr Müdigkeit während des Tages spüre, als wenn ich körperlich arbeite oder Fahrrad fahre. Man denkt immer körperliche Arbeit macht müde – stimmt auch. Doch diese Müdigkeit spürt man erst nach der Arbeit. Macht man jedoch wenig bis gar nichts, ist man die ganze Zeit über müde.

Ich bin heute in Diebach, in der Nähe von Neustadt a.d. Aisch angekommen. Ich habe, inklusive aller Umwege und Irrwege 70 km zurückgelegt und bin angenehm müde. Eine Müdigkeit, die nicht schmerzt oder anstrengend ist, sondern einfach nach Schlaf verlangt. Daher werde ich, sobald ich diesen Eintrag veröffentlicht habe, den Computer und auch meine Augen schließen.