2. Tag, die Wachau

Ich habe geschwitzt wie in der Sauna und habe mich über luftige Abwärtsfahrten gefreut, habe den Waldduft genossen und Altstädte in der Wachau bestaunt.

Wenn man mit eigener Muskelkraft unterwegs ist, schmeckt plötzlich jede Mahlzeit wie ein Haubengericht, der Duft des Waldes riecht wie Kräutertee und jede kühle Brise, die auf einen lange Sonnenpartie folgt, ist wie ein Geschenk.

Heute bin ich ca 43 km von Zwentendorf nach Melk an der Donau gefahren. Nach Zwentendorf fährt man durch ein paar wunderschöne Aulandschaften, die mich an die Safaris in Indien erinnert haben. Der Wald wirkt wie ein Urwald, er kühlt angenehm und man hört Vögel zwitschern und nimmt aromatische Düfte wahr. Nach einer längeren Partie, die zwar schön ist, mit wunderbaren Ausblicken auf die Weinberge rund um die Donau, sich aber ziemlich lang in der prallen Sonne dahingezogen hat, haben wir die kleinen Orte erreicht, wofür die Wachau wahrscheinlich ihren Ruhm hat. Nachdem man Krems hinter sich gelassen hat, fährt man in den nachfolgenden Orten durch alte, enge Gassen, die von Weinlauben, Schenken und Vinotheken gesäumt sind, man radelt (oder schiebt) über altes Kopfsteinpflaster an dessen Rändern sich historische Gebäude mit Kunsthandwerk und lokalen Erzeugnissen in bunten Farben drängen. Wo man hinsieht, fühlt man Urlaub. Und es ist klar: Hier würde man mit dem Auto nicht durchkommen, weil es fast nicht möglich ist und wahrscheinlich gar nicht erlaubt für Touristen. Doch diese kleine Juwelen reihen sich wie schmucke Steine an einer Kette entlang der Donau, nur unterbrochen von unglaublich pittoresken Weinbergen.

Über allem spannt sich endloser blauer Himmel und eine unbarmherzige Sonne brennt herunter. Aufgrund eines Mini-Sonnenbrandes am Oberarm (Sonnencreme schlampig geschmiert) muss ich meine dünne Windjacke tragen, damit meine arme Haut sich erholen kann. Unter der Jacke – Sauna!

Es geht bergab, viel – aber es geht auch bergauf. Zwar nicht steil, doch mit Hund und Gepäck wird jeder Anstieg, sogar auf eine kleine Brücke, zur Herausforderung. Am besten Anlauf nehmen und das letzte Stück im Stehen mit voller Kraft in die Pedale treten. Einmal musste ich sogar ein Stück umdrehen und zurückfahren um Anlauf nehmen zu können. Auf einer Schräge angehalten bedeutet – nichts geht mehr.

Doch dann erreichen wir sogar früher als geplant Melk. Wir gehen noch kurz an die Donau und ich suche den Campingplatz auf, wo meine gute Freundin Christine sich von mir verabschiedet. Ab morgen radle ich alleine weiter.